Das Bayerische

Landesjugendzupforchester

Das Bayerisches Landesjugendzupforchester (BLJZO) setzt sich aus jungen bayerischen Musizierenden im Alter von 12 bis 24 Jahren zusammen. Die Besetzung des Orchesters besteht aus erster und zweiter Mandoline, Mandola, Gitarre und Bassgitarre/Kontrabass. Pro Jahr finden dreimal fünf- bis sechstägige Probenphasen in den Schulferien statt, die mit ein oder zwei öffentlichen Konzerten abgeschlossen werden. In diesen wird ein ansprechendes Programm einstudiert, das durch seine Mischung aus klassischer und moderner Zupfmusik mit Originalwerken und Bearbeitungen für Zupforchester aus allen Epochen besticht.

Bayerisches Landesjugendzupforchester Orchesterfoto 2018
Bayerisches Landesjugendzupforchester 2018 in Kreuth

In vielen Städten Bayerns sind Zupforchester beheimatet. Das BLJZO wurde 1983 von Elke Tober-Vogt gegründet, um den jungen Gitarren- und Mandolinenspieler:innen dieser Ensembles die Möglichkeit zu geben, sich über ihr Heimatorchester hinaus musikalisch betätigen zu können. Parallel dazu werden Jugendliche, die noch über keine Orchestererfahrung verfügen, über das BLJZO an das Orchestermusizieren herangeführt. Die Früchte dieser Arbeit mit engagierten Jugendlichen in einem überregionalen Orchester sind regelmäßige Konzerte auf hohem Niveau im In- und Ausland, bei denen es stets gelingt, nach nur wenigen Tagen des Probens ein musikalisches Zusammenwachsen hörbar zu machen. Auf diese Weise leistet das Orchester einen Beitrag zur Steigerung der Bekanntheit und Popularität der klassischen Zupfmusik.

Bayerisches Landesjugendzupforchester 2017 in Plovdiv, Bulgarien
Bayerisches Landesjugendzupforchester 2017 in Plovdiv, Bulgarien

Die Art und Vielfalt der Probenarbeit variiert je nach Teilnehmerzahl einer Probenphase: Die Dozierenden bieten eine morgendliche Technikstunde an, bei der Grundlagen des Mandolinen- und Gitarrenspiels wiederholt und vertieft werden. In Stimmproben übt jede der Stimmen als Gruppe mit einem Dozierenden ihren Orchesterpart. In Quartettproben sind die Orchesterstimmen solistisch besetzt und das so gebildete Ensemble übt unter Anleitung eines Dozierenden die Orchesterstücke - oftmals spielen diese Ensembles am Abend den anderen Teilnehmer:innen vor. Mit Videoaufnahmen der abendlichen Vorspiele werden Spielbewegungen, Bühnenverhalten, Mimik und Körpersprache gemeinsam besprochen. Mitschnitte der Orchesterproben zur anschließenden gemeinsamen Analyse des Gehörten sind ebenfalls Teil des Unterrichtsangebots.

Ziel der Probenarbeit ist, alle Spieler:innen zum selbstständigen Umgang mit Musik zu animieren und im Zusammenspiel das Denken in musikalischen Kategorien zu entwickeln. Das Dozententeam mit Johannes Lang, Elisabeth Januschko, Elias Pfetscher, Tom Hofmann, Florian Brettschneider und Malte Weyland sieht den Schwerpunkt der Orchesterprobenarbeit darin, Musik zu erklären, vorzuleben und jeden Ton mit Inhalt zu füllen. Das Verstehen und das respektvolle aufeinander Hören soll der Kern der Musik des BLJZO sein.

Dem Dozententeam des Orchesters ist es weiterhin wichtig, den jugendlichen Spieler:innen Freude an der Musik zu vermitteln. Dieser Ansatz wird deutlich, wenn man Konzerte des Bayerischen Landesjugendzupforchesters hört und die Teilnehmer:innen während der Probenphasen (vor allem in den Pausen!) beobachtet. Hier merkt man, dass sie nicht nur gerne ihr Instrument spielen, sondern dass sie auch besonderen Spaß haben, die Zeit in konzentrierter, vor allem aber in entspannter und gelassener Atmosphäre miteinander zu verbringen.